Colloid

Location: ROTTSTR5 Kunsthalle Bochum, Germany
Date: 2013
Project Team: Alex A. Tsolakis,
Bastian Wibranek, Young Jae Chung
Curator: Georg Mallitz

Excerpt from the German press release by Georg Mallitz:
“Wir leben in keinem homogenen Raum. Vielmehr wechselt je nach Lebensweise die gesamte Räumlichkeit. Innen-außen, nah-fern, hoch–tief, eng-weit etc. verändern und gewichten sich ständig neu. Unsere Lebensräume formen sich permanent um und müssen geleistet werden. Sie müssen genährt werden, aufgezogen, gepflegt und gehalten werden. Sie können wandern wachsen, groß werden, sich legen und auf ihre Weise wieder verschwinden. Sie können tragen, angreifen, zärtlich werden. Sie können ambulant, flüchtig, stark und beständig werden. Sie können sich dehnen, strecken, runden, abheben, fliegen und uns mitnehmen. In ihnen lassen sich Räume öffnen, in denen sich Kontemplation, Stille und Dauer als Ausdruck einer elementaren Kraft des Lebendigen entfalten.

Während der geometrische Raum eine Fläche ist mit Türmen, Wänden und Decken, die wir bequem durchqueren können, brechen wir im Diskontinuum des gelebten Raums permanent irgendwo ein. Denn das den Raum leistende Subjekt ist nicht Teil einer kontinuierlichen Welt, sondern die Welt ist Teil eines diskontinuierlichen Subjekts. Die Welt besteht als Einschluss im Subjekt. Subjekt und Welt bilden mit anderen Worten ein COLLOID. Die Dynamik zwischen Welt und Subjekt liesse sich als Manipulation einer elastischen, flexiblen, vervielfältigbaren Stofflichkeit verstehen, die haptische Räumlichkeiten bilden kann, in denen sich das unaufhörliche Werden des Subjekts vollzieht.

Die Rauminstallation COLLOID der Frankfurter Architekten & Installationskünstler Alex A. Tsolakis und Bastian Wibranek vergegenwärtigt diese Dynamik und verändert zugleich auf körperliche Weise die Raumwahrnehmung der BesucherInnen, auf dass der Raum überfliesse...”

Colloid